Bei mir liegt das daran, dass ich mir gleich zweimal die neuen seidenen Foulards eingesaut habe. Und gewaschen werden aus den glänzenden, fliessenden Stoffen ganz schnell schlappe Schals. Der zweite Anfängerfehler sind Vollkorn-Biobrote. Erstens bröselts, zweitens klebts an den Zähnen und drittens gärts. (Das Thema WC ist eine eigene Geschichte, dazu später). Und der vierte Punkt ist Zeit. Die Zeit ist ganz wichtig. Gemäss dem Satz «Wer hat, dem wird gegeben» werden aus auf der Strecke eingefahrenen Minus-Sekunden bis zur Wendeschleife immer mehr. Die Frage, was mache ich in den drei Minuten Rest-Pause bis zur Weiterfahrt – Essen oder WC – wird dann ganz schnell essenziell. Auch aufgeschobene Gipfeli und Espressi rächen sich. In der Pause nach der ersten Runde liegen die noch warmen Schoggigipfel beim Kiosk zuhauf und in der zweiten Runde hängt dann bei eben diesem Kiosk ein Schild «Bin gerade auf dem WC».

Generell scheinen Essen und Tram eine unheilige Verbindung einzugehen. Da weht dann oft durchs ganze Tram der Duft von Pizza mit Steinpilzen oder Curry. Letzteres auch noch, nachdem der Besitzer das Tram schon wieder verlassen hat. Freihändig stehend aus dem Plastiknapf in den Mund schaufeln ist nur auf Strecken ohne Kurven und ohne Bremsmanöver gefahrlos möglich. Den Rest übernimmt dann die Schaufel, die eigentlich für Schnee vorgesehen ist. Viel schöner war dann schon die Bratwurst zwischen den Schienen, fast als würde sie einen anlächeln. Aber das Allerschönste: ein Schoggistängeli von einem Fahrgast, das mit einem Lächeln und einem Danke für die sanfte Fahrt überreicht wurde. PS: eine Rose gab es auch mal, aber nicht zwischen den Zähnen.

 

Eine Kolumne mit Augenzwinkern von Ingeborg Spillmann.