Damit die VBZ so richtig in Fahrt kommen, braucht es neben Fahrdienstmitarbeitenden und einsatzbereiten Fahrzeugen noch eine weitere Variable: den Fahrplan. Den Fahrgästen gibt dieser Auskunft über Abfahrtszeiten und Verbindungen. Für die Mitarbeitenden der VBZ bietet er darüber hinaus noch viele weitere Informationen. Zum Beispiel, welcher Fahrzeugtyp zum Einsatz kommt und wie viele Fahrzeuge überhaupt benötigt werden.

Im Grunde ist der Fahrplan also eine komplexe Bündelung von Informationen. Grundlage dieser Informationen sind Daten (nicht wenige sagen, dass diese das Öl des 21. Jahrhunderts sind, während die VBZ ihre physische Flotte sukzessive elektrifizieren). Damit Daten einen Mehrwert liefern, müssen sie gesammelt, analysiert und in Form gebracht werden. Denn woher sollten wir sonst wissen, wie lang die Fahrt vom Albisriederplatz bis an den Stauffacher dauert, oder wie viele Fahrgäste am Central in die Linie 7 um 16:56 Uhr einsteigen, um ein genügend grosses Fahrzeug einzusetzen. Dazu brauchen wir das Zusammenspiel aus verschiedenen Daten, um Erkenntnisse zu gewinnen, die das Angebot für die Fahrgäste verbessern – oder situativ anpassen.

Aus den Daten ein Bild kreieren

Die Aufgabe der verschiedenen Data Analysten, Data Scientisten und Mobility Analysten bei den VBZ ist es, die gesammelten VBZ-Daten in einen Kontext zu stellen und die  Nutzung des öV’s anhand der Daten besser zu verstehen. Wie beispielsweise mit den Daten von unserem Zählsystem an der VBZ-Haltestelle Hardbrücke. Diese Haltestelle ist ein zentraler Knotenpunkt in der Stadt Zürich, den die meisten unter der Woche eher als Umstiegspunkt von den VBZ-Linien zu den S-Bahnen oder umgekehrt kennen. Seit Herbst 2019 können wir mit Hilfe von 3D-Infrarot-Sensoren, welche in dem VBZ-Haltestellendach eingebaut sind, den Personenfluss an dieser Haltestelle messen.

(Das Video ist beispielhaft)

Mit der Ankunft eines Trolleybusses der Linie 33 beispielsweise werden die Personen gezählt, die das Fahrzeug und die Haltestelle in Richtung SBB-Perrons, Personenrampe oder Hardbrücke verlassen. Personen werden dabei durch das sich verändernde Höhenprofil lokalisiert. Übermittelt bekommen wir nur die Information, dass eine Person  eine virtuelle Zähllinien überschritten hat, womit die Anonymität jeder Person gewahrt bleibt.

Aktuelle Relevanz

In der aktuellen Situation im Zusammenhang mit dem Coronavirus sind die Daten dieses Messsystems interessanter denn je, geben sie doch Auskunft darüber, in welchem Ausmass sich das Mobilitätsverhalten an diesem zentralen Ort wegen der Verordnungen des Bundesrates verändert. Unter Berücksichtigung der Entwicklung an anderen Stadtbahnhöfen sind diese Daten ein Indikator, wie sich diese Massnahmen auf das Fahrgastaufkommen im gesamten VBZ-Netz auswirken kann.

Mobilität in DatenDaten Besucherfrequenzen

Für die Analyse einzelner Linien, wie gerade bei den wichtigen Verbindungen zu den Spitälern, können diese Daten wiederum nicht alleine betrachtet werden. Hier wird (wenn aktuell möglich) die gute “alte” Handzählung vor Ort verknüpft mit den Daten des automatischen Zählsystem in den Fahrzeugen. Eine breit gestützte Datengrundlage, die es für so eine grosse und kurzfristige Veränderung am Fahrplan braucht und die ein Hilfsmittel für die Angebotsplaner darstellt. Dies ist lediglich ein Beispiel der Datenanalyse bei den VBZ. Neben dem Fahrplan gibt es schliesslich noch die Fahrgastinformation, das Störungsmanagement, das Fahrzeugmanagement… also viele Bereiche, in denen Daten einen hohen Mehrwert generieren können.

Übrigens: Die Daten der VBZ stehen auf der Open Data Plattform der Stadt Zürich nahezu in Echtzeit zur Verfügung und werden auch vom Statistischem Amt des Kanton Zürich für das Gesellschaftsmonitoring COVID19 verwendet.